Eins von den splitternackten Schafen

Eins von den splitternackten Schafen,
das konnte nachts partout nicht schlafen.
Es ging zur Kneipe um halb zehn
und blieb direkt am Tresen stehn.

"Herr Ober," rief das nackte Tier,
"ein Fernet und ein Weizenbier!"
Es trank sehr schnell den Schnaps, den braunen,
die Herren konnten nur noch staunen.

Das Schaf besoff sich wie ein Schwein,
acht Weizen waren es allein,
dazu elf Fernet und drei Gin,
macht vierzehn Schnäpse, immerhin!

Zu später Stund', so gegen vier,
begann das angesoff'ne Tier
sehr laut zu singen, aber wie
die Herren wunderten sich wie noch nie.

Das Schaf sang schwer obszöne Lieder,
eins nach dem andern, immer wieder.
Die Herren sagten: "Nicht zu fassen,
wie kann man sich so gehen lassen?"

Sie sind dann trotzdem noch geblieben,
bis ganz zum Schluß, so gegen sieben.
Der Wirt gab noch zwei Runden aus,
dann wankte man erschöpft nach Haus.


Verzeichnis der Gedichte
Voller Hochachtung abgetippt von Sebastian Meyer meyer@mevis.de
Last modified: Fri Jun 1 15:31:20 MDT 2001